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Alcúdia
ist eine der 53 selbstständigen Gemeinden der Balearen-Insel Mallorca. Die gleichnamige Kleinstadt ist Verwaltungssitz der Gemeinde in der Region (Comarca) Raiguer.
Die Gemeinde Alcúdia hat 16.176 Einwohnern auf einer Fläche von rund 60 km². Der Ausländeranteil beträgt über 25 %, der Anteil deutscher Einwohner rund 3 %. Amtssprachen sind Katalanisch und Hoch-Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt.
Der Name "Alcúdia" kommt von dem arabischen "Al Kudia" und bedeutet "der Hügel", was auf die Lage des historischen Stadtkerns hinweist, der auf dem Bergsattel zwischen der Bucht von Pollensa und der Bucht von Alcúdia liegt, welche durch eine flache Bergkette voneinander abgetrennt sind.
Geografische Lage
Die Gemeinde Alcúdia bildet den Nordosten der Landschaft Raiguer und besteht aus der Halbinsel des Cap des Pinar (auch Victoria genannt), die die Meeresbuchten von Pollensa und Alcúdia teilt, und einer Zone des Inselinneren, begrenzt durch die Gemeinden Pollensa im Norden und Sa Pobla und Muro im Süden. Die Stadt Alcúdia liegt etwa in der Mitte des Gemeindegebietes, genau zwischen den beiden Buchten Bahía de Pollensa und Bahía de Alcúdia am Fuße der Halbinsel. Ihr Hafen Puerto de Alcúdia, heute ein Touristenort, befindet sich südlich der Stadt an der Bucht von Alcúdia.
Geschichte
Archäologische Funde belegen, dass bereits zwischen 2000 v. Chr. und 1200 v. Chr. dort gesiedelt wurde. Unter der römischen Herrschaft ab 123 v. Chr. wurde an dieser Stelle die Stadt Pollentia errichtet. Zwischen 425 und 455 n.Chr. wurde sie von den Vandalen geplündert. Zwischen 902 und 1229 beherrschten die Mauren Mallorca.
Im Jahr 1229 fand die Eingliederung von Mallorca in das Königreich Aragonien statt. Zwischen 1298 und 1362 wurden die Überreste der maurischen Stadt Alcúdia von den neuen Herrschern wieder ausgebaut, die Kirche und die Stadtmauer entstanden. In den folgenden Jahrhunderten war Alcúdia ein wichtiges Machtzentrum im Norden Mallorcas. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt mehrmals von Piratenüberfällen heimgesucht. Daraufhin wurden die Stadtmauern im Renaissance-Stil erweitert. Alcúdia verlor anschließend an wirtschaftlicher Bedeutung. Auch der Ausbau des Hafens für den internationalen Handel im Jahr 1779 konnte dies nicht verhindern.
Die Wirtschaftslage besserte sich erst, als 1957 im Hafen von Alcúdia ein Kohlekraftwerk zur Stromversorgung von Mallorca gebaut wurde, das mit seiner Silhouette der beiden hohen Schornsteine noch heute das Stadtbild aus der Ferne prägt. In den 80-iger Jahren erfolgte die Stilllegung des alten und der Neubau eines effektiveren Kohlekraftwerkes außerhalb der Touristenzone. Es entstand am Ende einer eigens neu gebauten Ringstraße um die Hotelbereiche herum vom Hafen bis zur Stichstraße nach sa Pobla, einem einheimischen Mallorquinern vorbehaltenem Wohnort mitten in der Gemüseanbauregion direkt südlich des Erholungsgebietes von Albufera. Für das alte Kraftwerk ist der Umbau zu einem der modernsten Museen Spaniens geplant.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kirchen :
Església de Sant Jaume – Die in neugotischem Stil errichtete Pfarrkirche von Alcúdia steht am Südwestrand der Altstadt in einer Lücke der Stadtmauer. Sie wurde zwischen 1882 und 1893 errichtet, nachdem der Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert im Jahre 1870 zusammengebrochen war. Die Kirche ist dem Heiligen Jakob geweiht.
Museen :
Monografisches Museum von Pollentia (Museu Monogràfic de Pollentia) – Das 1987 im ehemaligen Krankenhaus der Stadt l'Hospitalet aus dem 16. Jahrhundert eingerichtete Museum zeigt vornehmlich Fundstücke aus Ausgrabungen der altrömischen Stadt Pollentia. Es befindet sich in der Innenstadt Alcúdias an der Straße Carrer Sant Jaume. Gezeigt werden Grabbeigaben, Keramik- und Bronzegefäße verschiedener Epochen, Gläser, Amphoren, Münzen, Steintafeln, Marmorarbeiten und Mosaiken.
Bauwerke :
Archäologischen Ausgrabungen der römischen Stadt Pollentia. Historisches Stadtzentrum. Mittelalterliche Stadtmauer und Renaissance-Stadtmauer.
Naturpark
Der 1.688 ha große S'Albufera-Naturpark ist ein Vogelschutzgebiet, in dem über 200 Vogelarten und 400 Pflanzenarten registriert wurden. Es wurde 1998 zum Naturpark der Balearen erklärt. Das ursprünglich an dieser Stelle gelegene Sumpfgebiet wurde ab 1871 durch die englischen Ingenieure Frederic Bateman und William Hope trockengelegt. Der Blick auf wilde Wiesen, Feuchtgebiete und zugewucherte Ufer bietet einen angenehmen Kontrast zu den geschaffenen Urlaubsumfeldern ringsherum. Der Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Es wurden Beobachtungsstände eingerichtet, von denen aus man die Vögel beobachten kann, ohne diese zu stören. Der Eingang zum Park befindet sich an der Englischen Brücke (Pont dels Anglesos), zu erreichen von der Landstraße C712, die Can Picafort und Alcúdia verbindet.
Tourismus
Der Tourismusboom begann wie auf der ganzen Insel in den 1960er Jahren. Seitdem wurde Alcúdia wichtiges Handels- sowie Tourismuszentrum Mallorcas. 2003 hatte Alcúdia etwa rund 29.500 Hotelbetten bei knapp 15.000 Einwohnern.
Für Touristen bietet Alcúdia viele Möglichkeiten:
Der Sandstrand erstreckt sich etwa 25 km (in Worten : fünfundzwanzig Kilometer) die Bucht von Alcúdia entlang. Die nahegelegenen Berge bieten Möglichkeit zum Wandern und Mountainbiken aber auch zum Fahrradfahren in der weitläufigen Ebene. Sämtliche Wassersportmöglichkeiten - die Bucht von Alcúdia ist ein beliebtes Segelrevier.
Ein Seglerhafen (Marina) bietet Platz für mehrere hundert Sportboote.
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